Es ist nicht ganz einfach sich nicht von der medial gesteuerten Panik anstecken zu lassen, die derzeit unser aller Leben bestimmt. Die meisten von uns sind betroffen- und sei es nur indirekt durch den Job, die fatalen Börsenkurse oder auch, da die Nudel- oder Toilettenpapierregale dank der üppigen Hamsterkäufe unserer Mitbürger mit Leere glänzen. Doch sicherlich dominiert bei Vielen der tatsächlich sehr unschöne Gedanke, dass der eigenen Familie etwas zustoßen könnte. Das ist nicht nur legitim- sondern schlichtweg menschlich und dagegen hilft auch kein Schlückchen Desinfektionsmittel.

Der Infektiologe Pietro Vernazza (Chefarzt am Kantonsspital St. Gallen) gehört zu den Wenigen, die bereits vor Wochen in den sozialen Medien davor gewarnt haben, sich von einer Massenpanik anstecken zu lassen. Zum Schutze des eigenen Gemüts ist es tatsächlich hilfreich, sich an den Fakten zu orientieren, die uns dabei unterstützen dieser turbulenten Zeit mit etwas mehr Gelassenheit entgegenzutreten und sich nicht auf die Fakten zu konzentrieren, die suggerieren, dass wir alle bereits mit einem Fuß im Grabe stehen. Tipp: Vermeidet einen Information Overload und lest nicht jeden Beitrag!

 „Das Virus hat null Interesse seinen Wirt zu töten!“ (Vernazza)

In Richtung der eigenen kleinen Familie gedacht: eine beruhigende Aussage! Und ebenso die Tatsache, dass Coronaviren bereits seit Jahren bekannt sind und Kinder anders als bei der Grippe nicht besonders gefährdet sind! Erkrankt ein Kind an Corona, so wird es sogar meist immun und das Gros der Menschheit hat durch die milden Verläufe noch nicht einmal mitbekommen, dass dieser ungeliebte Virenstamm ggf. bereits zu Besuch war.

Mehr als achtzig Prozent der jetzigen Coronavirus-Erkrankungen verlaufen mild. Zu den eher Gefährdeten gehören ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten. Das hat den banalen Hintergrund, dass das Immunsystem mit dem Menschen altert. Je nach Altersverteilung der Erkrankten, kommt es somit zu mehr oder weniger Todesfällen. Unter den registrierten Erkrankten sind aktuell auffallend wenige Kinder (unter 9 J.: 1 %, 9-19 J.: 1,2 %). Quelle: BR24. Warum die Krankheit bei Kindern mild verläuft, könnte an ihrem noch nicht ausgebildeten Immunsystem liegen, das noch effektiver arbeitet, als bei Erwachsenen. Die meisten entwickeln ein wenig Husten, Schnupfen und manchmal Durchfall. Nur weniger als die Hälfte bekommen zusätzlich Fieber. Keine Symptome also, mit denen Eltern nicht schon vorher umzugehen hatten. 

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Versucht die Nerven zu bewahren!
  • Offen mit allen Familienmitgliedern über die aktuelle Lage und die Notwendigkeit des regelmäßigen Händewaschens etc. sprechen.
  • Regelmäßig die Hände mit Seife waschen.
  • Handtücher nicht mit anderen teilen.
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten.
  • In die Armbeuge husten – nicht in die Hand!
  • Etwas Abstand halten zu anderen Menschen.
  • Auf ein sauberes Zuhause achten, Geschirr und Wäsche heiß waschen.
  • Wunden mit einem Verband oder Pflaster schützen.
  • Obst und Gemüse vor Verzehr gründlich waschen.
  • Regelmäßig lüften.

In diesem Sinne: bleibt achtsam und gesund! (März 2020)